Zur Herkunft des Blognamen

Als der Misanthrop Diogenes von Sinope (griech.: Διογένης ὁ Σινωπεύς) einmal am helllichten Tag, am Marktplatz von Athen, mit einer Laterne herumirrte antworte er auf die Frage wonach er suche würde mit Anthrōpon zētō (griech.: Ἄνθρωπον ζητῶ).

Diogenes auf der verzweifelten Suche nach Menschen

Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: Diogenes auf der verzweifelten Suche nach Menschen ©Wikipedia

Eine genaue Übersetzung von Anthropon zeto (übliche Transkription in lateinischen Buchstaben) ist schwierig, es hat sich eingebürgert „Ich suche einen Menschen“ zu verwenden.

Diogenes von Sinope der, nach aufgedeckter Falschmünzerei, aus Sinope fliehen musste fand sich in Athen ein und hielt dort seine Mitbürger mit seinen Taten auf Trab. Er hat seine Sicht der Theorie des guten Lebens, im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen nicht durch Schriften präsentiert, sondern indem er ihnen seine Abneigung für das Leben der anderen in aktionsphilosophischerweise vorgespielt hat.
Zu den bekannten Anekdoten über ihn zählt sein Leben in der Tonne und sein redlich erworbene Beiname Kyon (griech.: Κύων) – Hund indem er, als ihm einmal abgenagte Knochen zugeworfen wurden, sein Bein hob und pinkelte wie ein Hund.

Meine Wahl auf diesen Blognamen fiel aufgrund der weitschichtigen Bedeutung dieses Ausspruches. Man kann es im Sinne von Diogenes, als Hinweis die Leute sollen sich ihrer animalischen Seite bewusst werden und sie nicht verleugnen, verstehen als auch, wie ich es betrachte, als Aufruf der fortschreitenden Vereinnahmung des Menschen durch kapitalistische Zwangsprozesse entgegenzutreten. Der Hinweis ist also durchaus als Hinweis zu verstehen man suche „echte Menschen“, die nicht ihre Existenz und ihr Leben von fremden Produkten, Kaufwahn und kurzfristiger Befriedigung abhängig machen wollen sondern sich auf die menschlichen Grundwerte beziehen wollen.

Dies setzt voraus das diese „echten Menschen“ existieren, wobei dies mit den heutigen Mitteln nicht nachweisbar wäre. So lange kann man der Utopie anhänglich sein der Mensch ist von Grund auf ein soziales Wesen. Wie man aus  der Geschichte weiß entsteht eine Utopie immer unter Kenntnis der realen Welt. Eine Utopie ist ein viel bereister Ort den trotzdem nie jemand erreicht hat. Seien es Platon, Thomas Morus oder die Frühsozialisten. Das klingt jetzt sehr pessimistisch, dieser Pessimismus ist aber erst dadurch entstanden da ich vorerst angenommen habe, dass der Mensch von Grund auf sozial ist wäre eine Utopie. Diese Unkenntnis der „wahren“ Natur bedingt aber auch, dass die Annahme der Mensch will in Konkurrenz und Scheinbedürfnissen leben auch eine Utopie ist.

Im Moment scheinen wir den Versuch zu unternehmen die letztere der erwähnten Utopien zu leben. Die Folgen mit zunehmenden psychischen Erkrankungen, Flucht in alte Spiritualität und Religion, Unzufriedenheit (die sich in Politikverdrossenheit widerspiegelt) und Abdriften in reine Unterhaltungstherapie vor Fernseher, Computer und sonstigem versuchen ja laut aufzuschreien doch die Utopisten können die Probleme (noch) nicht hören.

Die Unwahrheit dieser Utopie wird jeden Tag neu offen gelegt, ich will Platz schaffen für die Gegenutopie des sozialen Menschen. Ohne jemals die Frage beantworten zu können ob diese „Grundwerte“ des „echten Menschen“ den existieren. Um so härter man predigt man ist im Besitz der Wahrheit, desto wahrscheinlicher liegt man falsch. So oder so ähnlich soll mal ein weiser Mensch gesprochen haben.

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